Flock-Technologie

Was ist eigentlich Flock?

Technologie

Das Wort Flock bezeichnet eigentlich die kurz geschnittenen Fasern, die bei der elektrostatischen Beflockung zum Einsatz kommen. Hierbei werden Millionen dieser Fasern in einem elektrischen Feld auf ein mit Klebstoff beschichtetes Substrat aufgebracht. Die elektrischen Feldlinien sorgen dafür, dass sich alle Fasern senkrecht ausrichten und so eine gleichmäßige, textile Oberfläche erzeugen.

Durch den Einsatz hochwertiger Klebstoffe sind Beflockungen sehr strapazierfähig und abriebbeständig. Durch die Variation von Faserstärke und -länge werden unterschiedliche Oberflächenstrukturen erzielt, die von samtweich bis hart-abrasiv reichen.

Grundsätzlich lassen sich alle Textilfasern zu Flock verarbeiten. Je nach Einsatzbereich haben sich aber inzwischen bestimmte Materialien als Standard etabliert. So eignet sich Polyester z.B. bestens für die Außenanwendung, weist dafür jedoch eine begrenzte Knickstabilität auf. Aufgrund seiner positiven Eigenschaften ist heute Polyamid (PA) das am häufigsten eingesetzte Material bei der Beflockung.

Wirkung

Flockfasern gibt es in unterschiedlichen Dicken, Farben und Längen. Damit lassen sich Oberflächen gestalten, deren Haptik von samtweich bis hart und kratzig reichen. Bestimmt wird die Haptik und gleichzeitig auch die Optik von dem Verhältnis von Faserlänge (gemessen in mm) und Faserdicke (gemessen in dtex). Je dünner die Fasern in Relation zu ihrer Länge sind, desto weicher fühlt sich die beflockte Oberfläche an. Sehr dünne und lange Fasern lassen sich allerdings auch schwerer verarbeiten.

In jedem Fall erzielt man mit einer Beflockung ein außergewöhnliches haptisches und optisches Erlebnis. Berührt man die beflockte Fläche, so fühlt sie sich angenehm warm an im Vergleich zum Untergrund. Der plastische Effekt kommt vor allem bei einer partiellen Beflockung zur Geltung. Auf diese Weise veredelte Oberflächen sehen hochwertig aus, fühlen sich gut an und besitzen daher einen hohen Erinnerungswert.

Einsatzmöglichkeiten

Bei der oben geschilderten Wirkungsweise verwundert es kaum, dass Flock häufig dann zum Einsatz kommt, wenn Produkte eine hohe Wertigkeit und Exklusivität ausstrahlen sollen. So z.B. bei hochwertigen Produkt- oder Geschenk-Verpackungen, Buchdeckeln, Broschüren, Werbe- und Weihnachtskarten.

Ein weiterer Vorteil der Flocktechnik: es können unterschiedlichste Trägermaterialen vollflächig (Ganzflächenbeflockung) oder partiell (Designbeflockung) beflockt werden. Damit eröffnen sich fast grenzenlose Einsatzmöglichkeiten. Von der Briefmarke über Zigarettenschachteln bis hin zum Designerschmuck hat flock-in bereits unzählige Produkte mit der Flock-Technologie veredelt.

Grenzen

Wie jede Technik, kennt auch die Beflockung gewisse Grenzen. Sehr dünne Linien und Konturen sind zum Beispiel nur schwer in der Flocktechnik umzusetzen. Gerade längere Flockfasern bauschen sich auf und erschweren die Darstellung von scharfen Kanten. Daher sollte man bei der Gestaltung kleine Schriftgrößen und sehr filigrane Motive eher vermeiden. Wenn sie aber doch zum Einsatz kommen, dann sollten sie auf jeden Fall mit kurzen Flockfasern umgesetzt werden.

Flockfasern sind grundsätzlich in den unterschiedlichsten Farben erhältlich, bei der elektrostatischen Beflockung kann aber pro Arbeitsgang nur jeweils eine Farbe verarbeitet werden. Mehrfarbige Motive sind daher zwar möglich, aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes und den damit verbundenen Kosten aber eher selten. Farbverläufe sind mit der Flocktechnologie hingegen kaum zu realisieren.

Grundsätzlich lassen sich beflockte Oberflächen nachträglich weiter veredeln, zum Beispiel durch Bedrucken oder Prägen. Dabei sollte man jedoch beachten, dass beflockte Oberflächen die maschinelle Weiterverarbeitung von Papierbögen beeinträchtigen können. Das Ausrichten im Stapel wird durch die beflockte Oberfläche erschwert, die Bogen beginnen zu „schwimmen“. Daher kann beim Stanzen nur in kleinen Stapeln gearbeitet werden. In manchen Fällen müssen Bögen sogar einzeln geschnitten werden.

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